
Jeder von den circa 80 Teilnehmern am dritten Internationalen Bodenseecamp kennt es : die Deutschen sind preußisch pünktlich, die Schweizer sind meinungslos wegen Neutralität und die Griechen rauchen zu viel. Solche Stereotypen und Vorurteile lassen sich ewig fortführen, denn bis heute existieren sie bewusst oder unbewusst in den Köpfen der in Markelfingen Angekommenen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Griechenland und Bulgarien.
Dass sie dennoch wenig über andere Länder und deren Leute aussagen, darüber sind sich die jungen Gäste einig. Das beste Rezept gegen vorschnelle Urteile und vereinfachte Meinungsbildung lautet so: reisen, reisen und natürlich reisen!
Das meint auch Sevda Nadocheva, die aus Sofia kommt und den Musikjournalismus besucht. Sie hat schon oft an interkulturellen Jugendbegegnungen teilgenommen. Da komme es häufig vor, dass alte Vorurteile der Eltern tief in den jungen Köpfen sitzen würden, berichtet Sevda. Doch gerade im Dialog könnten diese Hindernisse überwunden und aufgearbeitet werden.
„Vorurteile wurden nur von Menschen gebildet und künstlich erstellt “ meint Lena Tichy, Teilnehmerin aus der Schweiz und sogar Chefredakteurin für das Online-Magazin „tink.ch“. Die 20-jährige Züricherin verbindet Stereotypen mit „Charakteren“ und „Persönlichkeiten“, nicht mit „Nationalitäten“. Doch das Argument der Sprachbarriere sei für sie eine Ausrede für faule Menschen. Ihr Magazin veröffentlicht sich in vier Sprachen und nicht selten kommt es zu Missverständnissen.

Auch Sprachverständnisprobleme gibt es unter Deutschen, Österreicher und Schweizer. In einem Tisch am Camp höre ich ein blondes Mädchen aus Österreich sagen: „Schweizerisch ist eine Fremdsprache für mich“ und ein Junge antwortet ihr, als er nach Niedersachsen fuhr, verstand er fast nix. Was sagen denn die Polen, die Bulgarin und der Grieche??

Den Schlüssel könnte man in folgendem Ausspruch Goethes finden: „Die Kunst ist eine Vermittlerin, wo die Sprache aufhört “. In unserem Fall, wie gemeinsame Projekte in mehreren Workshops (von Improvisationstheater bis Rhetorik Moderationsübungen) Jugendliche mit verschiedener Denkweise näher bringen können. Mit dem Bodenseecamp ist man auf gutem Weg Grenzen zu überwinden (siehe das Motto dieses Jahres „Medien Grenzenlos“) und Gemeinsamkeiten zu entdecken.
Christoforos Pavlakis
August 8, 2007 um 8:20 |
Ich seh den Boden – deswegen heißt der so?
“Andi, ich seh den Boden… ich hab’s, deswegen heißt der ‘Bodensee’, weil ich ihn sehen kann…”
Ja, das Wasser war so klar, das wir auch weit draußen schwommen, den Boden vom Bodensee sehen konnten… Auch…
August 8, 2007 um 8:50 |
[...] Online-Journalismus-Workshop hat nun ein Blog eingerichtet und während der Verstanstaltung über die Eindrücke und Geschehnisse berichtet. Der [...]